25.01.2021

Die digitale Zukunft braucht schnellere Netze – jetzt!

Die Pandemie hat 2020 die Dringlichkeit von verlässlichen und schnellen Datennetzen sichtbar gemacht. Vor allem die Homeoffice-Arbeit, aber auch der Multi-Device-Einsatz und die verstärkte Nutzung von Streaming-Diensten und Cloud-Services intensivieren den Bedarf an Bandbreite. Bereits im März 2020 ließ sich eine Steigerung des Internet-Traffics um 20 bis 30 Prozent an Wochentagen feststellen – an den Wochenenden sogar um rund 40 Prozent (LANline >). Normalerweise wird ein solches Wachstum über ein ganzes Jahr hinweg erreicht. Besonders Videoapplikationen sind durch die höhere Auflösung (UHD und 4K) ein Hauptverursacher für den steilen Aufwärtstrend.

Neben der zunehmenden Zahl von Endgeräten benötigen autonom untereinander kommunizierende Anlagen und Systeme in Unternehmen eine besonders hohe Bandbreite. Entsprechend wollen mittelständische Unternehmen in DACH in den kommenden Jahren massiv in den neuen Mobilfunkstandard 5G und in das Edge-Computing investieren. Edge-Computing, die latenzfreie Verarbeitung von Daten in der Nähe ihrer Quellen und Nutzer, steht in DACH bei 47 Prozent der Unternehmen auf der Ausgabenagenda. Dies belegt die IT-Infrastruktur-Studie, die die Marktforscher von Techconsult im Auftrag von Dätwyler IT Infra durchgeführt haben.

An der Bereitschaft der Unternehmen zum Infrastrukturausbau mangelt es also nicht. Auch technologisch tut sich einiges, damit Daten schneller von A nach B gelangen.

Terabit-Ethernet im Kommen
Der am häufigsten verwendete Netzwerk-Standard, Ethernet, erhöht die Datenübertragung alle paar Jahre um den Faktor 10. Um mit der aktuellen Entwicklung Schritt zu halten, fiel bereits im Mai 2020 der Startschuss für Terabit-Ethernet. Die Standardisierungsorganisation IEEE hat mit den Vorabklärungen für die Entwicklung des neuen Standards begonnen. Die aktuell schnellste Ethernet-Spezifikation erlaubt einen Datendurchsatz bis zu 100 Gbit/s. Der neue Standard soll in einem ersten Zwischenschritt 400 Gbit/s anstreben. 

»Um dieser Datenmengen Herr zu werden, sind flächendeckende Breitbandnetze unabdingbar«, ist Ralf Klotzbücher, Geschäftsführer der Dätwyler IT Infra GmbH überzeugt. »Deutschland hinkt mit dem Breitbandausbau nicht nur hinterher, es herrscht noch dazu ein signifikantes Gefälle zwischen den Städten und ländlichen Regionen. Gerade die letzte Meile – die Strecke vom Verteilerkasten bis zum Zielort, ob in Betrieb oder in der Wohnung – ist ausschlaggebend für die Verbindungsqualität. An dieser Schnittstelle sind leider immer noch oft Kupfer- statt Glasfaserkabel verlegt.«

Beim Breitbandausbau Kosten sparen
Es ist natürlich richtig, dass der Breitbandausbau durch die hohen Tiefbaukosten bei der Verlegung der Leerrohre für die Glasfaserkabel ausgebremst wird. Doch auch hierfür gibt es laut Klotzbücher Lösungen: Bereits vorhandene Kanäle für die Stromversorgung könnten mitgenutzt werden. Und um den knappen Raum in den Rohren optimal zu nutzen, seien möglichst schlanke Kabel gefragt. Darum setze Dätwyler in seinen innovativen Glasfaserlösungen beispielsweise besonders dünne OS2-Singlemode-Fasern ein und hat den Kabeldurchmesser um rund ein Drittel reduziert.

»Unterm Strich stellt der flächendeckende Mehrbedarf an Bandbreite die Herausforderung der nächsten Monate dar. Unternehmen müssen sich heute schon auf den Bedarf von morgen einstellen, damit sie zu den Gewinnern der Digitalisierung zählen. Gleichzeitig muss die Politik umgehend die Weichen stellen und Investitionen in die digitale Infrastruktur möglichst erleichtern«, so Klotzbücher.